Lüchtenhof

Unser Haus hat Geschichte. 1321 erstmals urkundlich erwähnt, waren die Besitzer des Grundstücks zur Spende von Kerzen an den Dom verpflichtet; hieraus erklärt sich der Name Lüchtenhof (Lichterhof).

Tradition und Fortschritt werden schon lange gelebt. Im Lüchtenhof beteten und arbeiteten seit der Mitte des 15. Jahrhunderts die sogenannten Fraterherrn, die als Laiengemeinschaft in der Erneuerungsbewegung der „Devotio Moderna“ eine lebendige Spiritualität und ein Leben in Einfachheit führten.

Diese Lebenshaltung setzte sich bis ins 19. Jahrhundert fort. Der Jesuitenorden unterrichtete hier im Zuge gegenreformatorischer Erziehung. Kapuziner gaben zweihundert Jahre ihre Antwort auf die Zeichen der Zeit, und förderten eine volksnahe Frömmigkeit. 1835 wurde hier das Priesterseminar errichtet, um den Anforderungen einer theologisch-pastoralen Priesterausbildung zu entsprechen.

1945 wurden Teile des Anwesens durch Bomben zerstört. Man gab nicht auf, sondern durch den „Neubau“ der Priesterausbildung neuen Raum. 2010 wurde die Seminarkirche renoviert, um als liturgischer Erfahrungsraum den Anforderungen heutiger Gottesdienste zu entsprechen. Heute ist das Seminar eine Fortbildungsstätte für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch für Ehrenamtliche – immer noch dem Programm von Tradition und Innovation verpflichtet. Lernen und Veränderung, Verbundenheit und Fortschritt zählen weiterhin.